„Die Blätter fallen, fallen wie von weit“ So fängt ein schönes Herbstgedicht von Rainer Maria Rilke an. Und jetzt beginnt wieder der Herbst und wenn etwas Wind aufkommt, fallen, fliegen und tanzen die Blätter durch die Luft. Wer einen oder auch mehrere Laubbäume im Garten stehen hat, wird sich bald die Frage stellen: Wohin mit dem Laub? Der ganze Rasen, alle Beete und die Auffahrt sind bedeckt. Und wer sich am Wochenende die Zeit nimmt und alles einmal abharkt, wird einen Tag später schon wieder eine dichte Laubschicht auf dem Boden vorfinden. Und so kommen große Laubhaufen zusammen.

Tipps zur Verwendung von Laub im Garten

Viele entsorgen das Laub einfach mit dem Hausmüll; dafür ist es aber eigentlich viel zu schade, denn es enthält wichtige Nährstoffe, die wieder dem Boden zurückgeführt werden sollten. Außerdem bietet es verschiedene Schutzmaßnahmen im Winter für Tiere und Pflanzen. Im folgenden zähle ich einige Möglichkeiten auf, wie man das Laub im Garten sinnvoll einsetzen kann.

Laub als Mulch

Vor allem für Pflanzen, die ihren natürlichen Lebensraum im Wald oder am Waldrand haben, ist eine Mulchschicht aus Laub willkommen, denn so bekommen sie ihre Lebensbedingungen am Naturstandort und blühen förmlich auf. Das Laub der Mulchschicht wird im Laufe der nächsten Monate zersetzt und reichert den Boden mit Humus an. Der Humus wirkt im Boden als schwammartiger Speicher. Er nimmt Wasser gut auf und speichert es, ohne dass es abfließt oder verdunstet und kann so die Pflanzen auch in trockenen Zeiten noch mit Wasser versorgen. Außerdem werden so Nährstoffe nicht mit dem Wasser ins Grundwasser gespült, sondern bleiben für die Pflanzen verfügbar. Desweiteren enthält ein humusreicher Boden viel eingeschlossene Luft, die Staunässe verhindert. Dadurch können sich keine schädlichen Bodenpilze bilden.

Ein Laubhaufen als Winterquartier

Wer den Platz für einen Laubhaufen im Garten hat, kann ein ideales Winterquartier für Tiere bieten. So schlagen Igel und die Larven von Schmetterlingen ihr Quartier gern in zusammengerechten Laubhaufen auf. Ist das Laub unter Bäumen und auf Beeten verteilt, so finden dort viele Kleinlebewesen Unterschlupf, z.B. Regenwürmer, Käfer, Spinnen, Molche und Raupen.

Auch im Frühjahr wird der Laubhaufen dann von den verschiedensten Tierarten genutzt, z.B. Rotkehlchen, Zaunkönig, Spitzmaus und viele Insekten und Spinnen. So hat man nicht nur die Möglichkeit alle diese Tiere zu beobachten, sondern lockt auch wichtige Nutztiere in den Garten, die z.B. bei der Bodenaufbereitung wichtige Arbeit leisten.

Laub als Frostschutz

Unter Ziersträuchern und Hecken bietet einen sehr guten Frostschutz für die Pflanzen. Wer sich hier nicht an dem Laub stört, kann es liegen lassen bzw. extra dort platzieren, um die Pflanzen im Winter vor Frost zu schützen.

Laub kompostieren

Laub ist eine gute Zusatz zu einem Komposthaufen. Es verrottet schnell innerhalb von höchstens acht Monaten zu Blumenerde. Für ideales kompostieren sollte der Abfall aus verschiedenen Anteilen von trockenem und eher feuchteren Material sein. Bei einem  zu feuchten Kompost verrottet das Material ohne ausreichend Sauerstoff und es fault und fängt an zu stinken. Bei einem zu trockenen Kompost kommt die Zersetzung nicht in Gang. Deswegen sollte man das Laub mit Rasenschnitt und gröberen Schnittgut vermischen. Als Ergebnis bekommt man einen sehr guten Naturdünger.

Laub fegen, pusten, saugen

Je nach Untergrund gibt es verschiedene Möglichkeiten, dass Laub zu entfernen.

Für Terassen und Wege eignen sich robuste, lange Straßenbesen. Auch mit den „altmodischen“ Reisstroh- oder Birkenreisig-Besen können diese Flächen gefegt werden.

Rasenflächen und Beete können mit Fächer-Besen aus Metall oder Kunststoff frei gefegt werden. Metall-Fächerbesen mit verstellbarerer Arbeitsbreite eignen sich auch für enge Flächen mit vielen Bäumen, Büschen und Sträuchern.

Technische Hilfe gibt es in Form von Laubsaugern. Mit diesen kann man das Laub aufsaugen oder wenn man das Gebläse umkehrt auch wegpusten. Von diesen Geräten ist allerdings abzuraten, da nicht nur der Lärm störend ist, sondern sie auch kleine Lebewesen gefährden, die die hohen Windgeschwindigkeiten, die durch das Gebläse entstehen, nicht überleben. Beim NABU gibt es dazu ein Info-Papier.

Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab?

Laubbäume werfen ihre Blätter ab, um sich in Jahreszeiten mit geringer Wasserversorgung vor zu hohem Wasserverlust durch Verdunstung über die Blattoberfläche zu schützen. Bei uns in der gemäßigten Klimazone ist dies der Winter, so dass die Bäume die Blätter im Herbst abwerfen. In der mediterranen Klimazone ist es übrigens der Sommer, in dem die Bäume ohne Blätter dastehen.

Der Vorgang wird über die Wasseraufnahme gesteuert. Wenn sich im Herbst vor allem in den Nächten der Boden zunehmend abkühlt, können die Bäume über die Wurzeln immer weniger Wasser aufnehmen. Sobald die Temperatur nahe am Gefrierpunkt liegt, wird die Wasseraufnahme schließlich ganz eingestellt. Da auch bei kalten Temperaturen trotzdem Wasser über die Blattoberfläche verdunstet, hat die Natur den Schutzmechanismus des Blätterabwerfens erfunden. Ein anderer Schutzmechanismus ist die Art der Blätter: Nadelblätter haben eine speziellen Verdunstungsschutz und werden auch in der Trockenzeit von den Bäumen getragen. Allerdings kann man hier die Einteilung nicht einfach in Nadeln und Blätter vornehmen, so wirft z.B. die Lärche ihre Nadeln ab, während der Lorbeerbaum die Blätter auch in der Trockenzeit trägt.

Der Fachbegriff für das Abwerfen von Blättern ist übrigens Abszission. Zwischen dem Blatt und dem Ast entsteht eine Trennschicht aus Kork. Diese Korkschicht verhindert eine Versorgung des Blattes. Die Produktion von Chlorophyll im Blatt wird eingestellt, so dass andere Farben sichtbar werden. Zusätzlich können Anthozyane gebildet werden, die zu einer Rotfärbung der Blätter führt. Schließlich fällt das Blatt ab.